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Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG): Geld allein bringt keine Pflegefachkräfte


Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey (SPD), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Vorstandsvorsitzende der SPB Wilfried Brexel anlässlich der Nationalen Demenzstrategie am 19. September 2018 in der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg

Der Vorstand der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg: Angelika Pfab, Heidrun Kiem und Wilfried Brexel

Berlin, 7. Februar 2019. Durch das am 01.01.2019 in Kraft getretene Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz wurden für die stationäre Altenpflege 13.000 zusätzliche Pflegestellen geschaffen. Dabei erfolgt die  Finanzierung durch die Krankenkassen. Für die vier vollstationären Einrichtungen der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg (SPB) bedeutet das insgesamt 7 ½ zusätzlich finanzierte Stellen, ohne dabei die Pflegebedürftigen zu belasten. Diese Maßnahme wird durch den Vorstand der SPB jedoch allenfalls als erster Schritt in die richtige Richtung bewertet.

Die Finanzierung der Stellen ist das eine. Es werden aber auch die ausgebildeten Menschen benötigt, um diese zusätzlichen Stellen überhaupt zu besetzen. Ende 2018 fehlten in Deutschland nach aktuellen Meldungen allein 40.000 Arbeitskräfte in der Pflege. Angesichts des tatsächlichen Mangels stellt sich daher die Frage, woher die 13.000 zusätzlichen Pflegekräfte kommen sollen? Auf dem Arbeitsmarkt sind so gut wie keine Fachkräfte verfügbar. Die Gewinnung von Pflegefach- und Pflegekräften gehört für die SPB sowie für viele ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen mittlerweile zum herausfordernden Alltagsgeschäft. Doch solange es unbesetzte Stellen gibt, kann auch die zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit nicht genutzt werden. Denn die Finanzierung kann nur für zusätzliches Pflegepersonal beantragt werden, nicht für das Personal, das ohnehin schon im Pflegealltag fehlt.

So gibt es Ideen, man könnte Menschen durch Prämienzahlungen in den Beruf zurückholen, die aus der Pflege ausgestiegen sind. „Das ist aber vom grünen Tisch her gedacht“, so der Vorstandsvorsitzende der SPB, Wilfried Brexel. „In unserer Einrichtung in der Gürtelstraße 32a haben wir z. B. mit der derzeitigen sehr guten Auslastung rund 60 Vollzeitstellen in der Pflege. Nach den gesetzlichen Regelungen würden wir zwei Fachkräfte dazu bekommen, wenn wir denn diese Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt finden. Das ist ein Plus von 3,33 % auf die aktuelle Personalausstattung. Die Personen, die der Altenpflege den Rücken gekehrt haben, weil z. B. die Arbeit zu stressig, der Zeitdruck zu hoch oder zu wenig Kolleg*innen im Dienst waren, locke ich jedoch nicht in den Beruf zurück, weil jetzt 3 % mehr Personal vorhanden ist. Das spüre ich kaum im täglichen Alltag.“

Welche Schritte sind also tatsächlich notwendig, um den Pflegenotstand auch aufgrund der demografischen Entwicklungen Einhalt zu gebieten?

Als das Gesetz in Form gegossen wurde, schien noch klar zu sein, dass parallel der Pflegeberuf auch attraktiver gestaltet und umfassende Maßnahmen zur Entlastung der Pflegekräfte definiert werden müssen. Diese Zielsetzungen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, mahnt der Vorstand der SPB eindringlich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.  

Mittelfristig müssen die Personalschlüssel so verändert werden, dass mehr Mitarbeiter*innen in der Pflege tätig sind und dadurch die Arbeit des Einzelnen leichter wird. Zuwanderungen in den Arbeitsmarkt müssen gefördert werden. Vor allem ausgebildete ausländische Pflegefachkräfte dürfen nicht durch bürokratische Barrieren abgeschreckt werden.

Damit mehr Menschen den Beruf überhaupt ergreifen wollen, muss es natürlich auch darum gehen, eine bessere Bezahlung zu gewährleisten. Dabei dürfen jedoch die pflegebedürftigen Bewohner*innen nicht mit den Mehrkosten belastet werden. Doch zu diesen Punkten leistet der Gesetzgeber bislang noch keinen handfesten Beitrag.

Für weitere Informationen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Seniorenstiftung Prenzlauer Berg
Gürtelstraße 33 I 10409 Berlin
Tel.: 030 42 84 47 11 07
E-Mail: unternehmenskommunikation[at]seniorenstiftung.org
www.seniorenstiftung.org